Cannabis - Harmloser Spaß oder gefährliche Droge?

Datum: 03.02.2020  |  Alle Einträge zum Thema

Podiumsgäste und Mitglieder der JU-Hennef

Podiumsdiskussion der Jungen Union Hennef

Die Diskussion um die Legalisierung von Cannabis ist vielerortsein präsentes Thema. Die Junge Union Hennef (JU) lud vor diesem Hintergrund zu einem Vortrag mit anschließender Podiumsdiskussion ein. Referent Dr. Peter Cremer-Schaeffer (Autor des Buches: „Cannabis - Was man weiß, was man wissen sollte“) fesselte mit seinem Vortrag rund 30 Interessierte und gab einen komplexen Themenüberblick.

Cremer-Schaeffer stellte in seiner Präsentation dar, dass Cannabis nicht nur als Rauschmittel, sondern auch als industrieller Rohstoff verwendet wird. Darüber hinaus nutzten es schon die Chinesen vor 4000 Jahren als Heilmittel und heutzutage wird es als Arzneimittel insbesondere im Rahmen der Behandlung neuropathischer Schmerzen verwendet, aber auch zur Therapie von Appetitlosigkeit, Spastik sowie bei Übelkeit und Erbrechen durch Chemotherapie. Jedoch erst 2005 wurde Cannabis zum Arzneimittel erklärt, wobei damals die Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen wurden, Ärzte keine Verantwortung für die Behandlung trugen und die Qualität des Stoffs durch vielfachen Eigenanbau nicht gesichert war. Erst durch eine Gesetzesreform im Jahr 2017 obliegt die Verantwortung für die Therapie den Ärzten, welche das mittlerweile qualitativ gesicherte Arzneimittel in begründeten Einzelfällen verschreiben dürfen, jedoch erst dann, wenn es keine Therapiealternativen gibt.

Cremer-Schaeffer betonte die negativen Folgen des Cannabis, die insbesondere auf den Inhaltsstoff THC zurückzuführen sind, der nicht nur für Entspannung sorgt, sondern zu Wahrnehmungsstörungen bis hinzu Psychosen führen kann. Außerdem betonte er die negativen Auswirkungen auf die hirnorganische Entwicklung im Kinder- und Jugendalter.

Erschrocken reagierte das Publikum auf die rasant steigende Zahl jugendlicher Konsumenten. So konsumierten im Jahr 2018 in Deutschland 24 Prozent aller 18- bis 24-Jährigen mindestens einmal Cannabis. Im gleichen Jahr missbrauchten 309.000 der 15- bis 25-Jährigen die illegale Droge, die gleiche Zahl litt sogar unter einer Abhängigkeit, was zu einer stetig steigenden Zahl der stationären Behandlungen führt.

Im Rahmen der anschließenden Podiumsdiskussion debattierten neben Cremer-Schaeffer, der Polizist Dirk Mikolajczak und Finn Thaysen von der JU Köln. Thaysen berichtete von einem Antrag der JU Köln zur Legalisierung von Cannabis als Genussmittel. In seiner Erläuterung ging er auf erforderliche staatliche Kontrollen ein und thematisierte aus dem geregelten Verkauf generierbare Steuereinnahmen, die dann in Präventionsmaßnahmen gesteckt werden könnten. 

Auch der Vergleich zu legalen Rauschmitteln wurde in der Diskussion hergestellt. So birgt beispielsweise Alkohol ebenfalls gesundheitliche Risiken, trotzdem wird über dessen Verbot nie ernsthaft nachgedacht. Finn Thaysen sprach über „den Reiz, etwas Verbotenes zu tun“ und forderte daher: „Cannabis muss ähnlich verfügbar sein wie Alkohol“, um diesem Reiz entgegenzuwirken und somit das Verlangen nach Cannabis zu reduzieren.

Polizist Dirk Mikolajczak berichtete von seinen Erfahrungen aus dem Streifendienst, wo er sich häufig mit Konsumenten konfrontiert sieht, die straftätig werden. Zudem warnte er vor dem Autofahren unter Drogeneinfluss und erläuterte die resultierenden Strafen. 

Zum Abschluss der Diskussion waren sich alle Podiumsgäste einig, dass es ein gemeinsames Ziel sein sollte, aktiv Aufklärung zu betreiben und den Konsum von Suchtmitteln zu verringern, um die Gesundheit auch längerfristig zu schützen.


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