Die Bundeswehr – fit für die Zukunft?

Datum: 13.05.2019  |  Alle Einträge zum Thema

JU mit Oberstleutnant Nickolaus

Junge Union im Gespräch mit Oberstleutnant Nickolaus

Die Junge Union Hennef (JU) konnte den Oberstleutnant der Luftwaffe, Michael Nickolaus, bei ihrem Format „JU im Gespräch“ zum Thema Bundeswehr begrüßen.

Zunächst gab er einen Überblick über die Entwicklung der Bundeswehr seit der deutschen Wiedervereinigung. Im Jahr 1989 hatte die Bundeswehr noch 500.000 Soldaten und ca. 1 Mio. Reservisten, also drei Mal mehr als heute, die inzwischen ausgesetzte Wehrpflicht dauerte 15 Monate und nach dem Fall der Mauer wurden die 210.000 NVA Soldaten der DDR teilweise eingegliedert. Aufgrund des Wegfalls der direkten Bedrohung an der innerdeutschen Grenze wurde die Bundeswehr in den folgenden Jahren jedoch auf ca. 350.000 Soldaten verkleinert.

Mit dem Einsatz auf dem Balkan in den 1990er Jahren und dem Kriegseinsatz in Afghanistan stiegen dann die Anforderungen an die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz, sowie das Material, die Investitionen blieben jedoch gleich oder gingen sogar zurück. Die aktuellen Probleme bei der Einsatzbereitschaft von Flugzeugen, Helikoptern oder der Marine, würden durch viele Faktoren bedingt, wie fehlendes Personal in den Werkstätten, fehlende Kapazitäten der Industrie und dadurch bedingt fehlende Ersatzteile. Durch „Outsourcing“ wurde in der Bundeswehr Personal abgebaut und ausgelagert, was heute zum verstärkten Einsatz von externen Fachkräften führe.

In der anschließenden Diskussion ging es auch um die von US-Präsident Trump geforderten und von der NATO vereinbarten Ausgaben von 2% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für den Verteidigungshaushalt.

Hier stellte Oberstleutnant Nickolaus da, dass die netto Verteidigungsausgaben der Bundesrepublik Deutschland im NATO-Vergleich sich durchaus sehen lassen können. Wobei ja auch zu berücksichtigen ist, dass die Verteidigungsausgaben der jeweiligen Länder nicht zwingend ein Gewinn für die NATO sind. So werden sicherlich nicht die hohen Ausgaben im Verteidigungsetat der USA - Nation mit Weltmachtanspruch – für die Ziele der Gemeinschaft verwendet. Die Zahlen relativieren sich auch durch die Betrachtung wofür die Militärausgaben angerechnet werde. So ist es doch ein Unterschied ob das Geld für die Personalkosten der Panzerfahrer ohne Panzer, oder deren Pensionsansprüche, ausgeben werden oder in die Entwicklung neuer Waffentechnologien.

Auch ist zu berücksichtigen, ob das Geld sinnvoll eingesetzt werden könne, da z.B. die Industrie aufgrund fehlender Kapazitäten nicht genügend Aufträge annehmen könne, mache es auch keinen Sinn, starr am 2%-Ziel festzuhalten.

„Wir sind eine Parlamentsarmee, der viel beschworene ‚Bürger in Uniform‘, doch von Seiten des Parlaments, das uns in die Einsätze, auch im Ausland schickt, würde ich mir einen größeren Einsatz für die Bundeswehr wünschen. Wir müssen es schaffen die Bundeswehr zukunftsfähig zu machen, nicht, um Präsident Trump zu gefallen, sondern um den alltäglichen Anforderungen zu genügen.“, erklärt Oberstleutnant Nickolaus.

„Die aktuellen Probleme der Bundeswehr lassen sich verkürzt auf den Kontrast der immer weiter verkleinerten Bundeswehr, in die in den letzte 20 Jahren nicht mehr groß investiert wurde, mit den gestiegenen Aufgaben in der Welt zurückführen. Als Jugendorganisation der CDU werden wir unsere Mutterpartei weiter auffordern, unsere Soldatinnen und Soldaten mit dem erforderlichen Material und der nötigen Rückendeckung in der Heimat auszustatten, sodass sie ihre Einsätze ohne unnötige Gefahren für ihre Gesundheit für die Bundesrepublik Deutschland versehen können!“, erklärt der Vorsitzende der JU-Hennef, Christoph Laudan, nach dem Gespräch.


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